
14.01.26 –
Wirtschaftspolitik ist eines der großen Themen in Solingen
Zum Interview mit dem neu gewählten Aufsichtsratsvorsitzenden der Wirtschaftsförderung nehmen die Vorsitzenden der grünen Ratsfraktion, Ruth Fischer-Bieniek und Leon Kröck wie folgt Stellung:
„Die Solinger Wirtschaftsförderung (Wifö) ist durch schwierige Zeiten gegangen. Bei unseren Fraktionsbesuchen sowohl in den Räumen der Wifö als auch auf dem Rasspe-Gelände im vergangenen Jahr konnten wir uns aber davon überzeugen, dass die neue Führung engagiert, lösungsorientiert und kollegial arbeitet. Die Etablierung eines Dreierteams an der Spitze mit Kämmerer Wienicke als Geschäftsführer war die richtige Strategie, um die Wifö in neues Fahrwasser zu steuern.
Im Austausch mit der neuen Spitze wurde ausgeführt, dass die Wifö ihre wichtigste Aufgabe in der engen Begleitung und Hilfestellung der Solinger Unternehmen sieht. Dass sie nicht länger wartet, bis sich jemand meldet. Sondern dass sie in regelmäßigen Abständen das Gespräch sucht, intern klare Zuständigkeiten zuweist und sich als verbindendes Element zwischen Wirtschaft und Verwaltung versteht. So aufgestellt, ist die Solinger Wirtschaftsförderung sicherlich für die Zukunft gerüstet.
Deutlich wurde allerdings, dass sich die Solinger Wirtschaft in einem Umbruch befindet. Der Masterplan Arbeit und Wirtschaft hat ja bereits sehr klar darauf hingewiesen, dass wirtschaftliches Wachstum in Solingen vor allem im Dienstleistungsbereich zu erwarten ist – und hier insbesondere in der Gesundheitswirtschaft. Deren Anforderungen an Standorte sind andere, als sie das produzierende Gewerbe bisher benötigte: Innerstädtische Lage, Nähe zu ÖPNV und SPNV und kleinere Einheiten aufgrund vermehrter Nachfrage nach homeoffice. Die Einführung von KI wird das Wirtschaftsleben in allen Bereichen verändern und – das haben unsere Gespräche mit Unternehmen des produzierenden Gewerbes gezeigt - Raumansprüche eher verkleinern, als dass größere Flächen gesucht würden.
Der frühere Rektor der Uni Wuppertal hat Recht: wir müssen bergischer denken, politisch, ökonomisch, kulturell. Das gilt auch für die Unternehmen, gemeinsam sollten wir das Bergische Städtedreieck als Wirtschaftsregion verstehen und entwickeln.
Deswegen war es gut und richtig, dem einfachen Ausweisen von Gewerbeflächen im Außenbereich unserer Stadt per Ratsbeschluss einen Riegel vorzuschieben. Die Flächenkonkurrenzen sind zu groß und zu vielfältig, als dass wir ins Blaue hinein ausweisen dürfen. `Steigende Nachfrage´, wie Horst Gabriel andeutet, muss definiert werden. Das werden wir nachfragen.
Grundsätzlich aber gilt: Solingen verfügt über große, auch zusammenhängende Gewerbebrachflächen, die prioritär vermarktet werden müssen. Es kann nicht sein, dass wir bei Gewerbeflächendiskussionen die Auswirkungen des Klimawandels, die dramatische Reduktion von unterschiedlich genutzten Grünflächen, die Gesundheitsgefährdung während Hitzeperioden, den Artenschwund etc. einfach ignorieren. So einfach ist die Welt nicht mehr. Auch nicht in Solingen.“
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Mit grünen Grüßen
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