BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

B90/DIE GRÜNEN SOLINGEN

Bisherige Versuche, das alte Omega-Areal zwischen der Kölner Straße und der Birkenweiherstraße einer zeitgemäßen Nutzung zuzuführen, stießen mehrfach auf unüberwindbare Hindernisse. Die Ankündigungen, die der Investor Kondor Wessels im August dieses Jahres präsentierte, könnten somit hoffnungsvoll als Entflechtung eines komplexen Problems verstanden werden. Die niederländische Projektentwicklungsgesellschaft strebt an, bereits Mitte des kommenden Jahres mit den ersten Bauarbeiten für das Projekt "so_nect" zu beginnen. Dabei plant das Unternehmen, das auch für das O-Quartier in Ohligs und das Projekt Green in Wald verantwortlich ist, die Schaffung eines zeitgemäßen Dienstleistungs- und Bürokomplexes mit Wohnungen und einem Kindergarten im Herzen von Solingen. Mittlerweile sind weitere Details bekannt. Im Artikel lesen Sie außerdem unsere Erwartungen und Anforderungen für das Projekt.

Auf dem ehemaligen Industriegebiet des 19. Jahrhunderts will die Firma Kondor-Wessels in den nächsten Jahren rund 24 Millionen Euro investieren, um das sogenannte Omega-Quartier zu entwickeln. Dort sollen zwei moderne Gebäude mit Büro- und Einzelhandelsflächen sowie eine Kita entstehen. Das direkt angrenzende Gelände der ehemaligen Firma Kieserling ist Teil des Projekts. Entstehen sollen hier 420 Wohneinheiten.

Kondor Wessels betonte mehrfach die angestrebte Nachhaltigkeit des Projekts. Durch ein fortschrittliches Energiekonzept inklusive 128 Wärmesonden sowie Photovoltaikanlagen wolle man einen hohen Autarkiegrad der Gebäude erreichen. Mit dem Bezug von Öko-Strom könnten so insgesamt bis zu 700 Tonnen CO² pro Jahr im Vergleich zur Nutzung fossiler Energieträger eingespart werden. Des Weiteren legten die Investoren bei ihrer Präsentation großen Wert auf die Ressource Wasser. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung prüfe man ein „Schwammstadt“-Konzept für das Quartier. Demnach soll das Regenwasser so lange wie technisch möglich an der Oberfläche geführt werden, um so die Verdunstungsrate zu erhöhen und für ein verbessertes Mikroklima zu sorgen.

Bei den Wohneinheiten wollen die Investoren auf einen Mix zwischen Miet- und Eigentumswohnungen setzen, wobei 25 Prozent der Mietwohnungen öffentlich gefördert und 7 Prozent als Seniorenwohnungen angeboten werden sollen. Zugleich wird das Wohnen insgesamt nach derzeitigem Planungsstand den Großteil des Geländes belegen. In den Plänen stehen 35.337 m² Wohnfläche (86%) 4.807 m² Gewerbenutzfläche (12 %) gegenüber. Hinzu kommt noch die Kindertagesstätte.

Trotz des im Grundsatz begrüßenswerten Projektes sehen wir GRÜNE insbesondere beim Verhältnis Wohnen zu Gewerbe einen möglichen Knackpunkt. In ihrer Nachhaltigkeitsstrategie hat sich die Stadt Solingen das Ziel gesetzt, insbesondere Gewerbebrachen für neue Gewerbeflächen zu reaktivieren, um so eine flächenschonende und umweltverträgliche Entwicklung der Solinger Wirtschaft zu ermöglichen. Der in kürzlich vorgelegte „Masterplan Arbeit und Wirtschaft“ unterstrich diese Anforderung als dringende Notwendigkeit, angesichts knapper Flächenreserven und wertvoller Naturflächen in den Außenbereichen, die keiner Bebauung zugeführt werden können und dürfen. Insofern streben wir an, den Gewerbeanteil bei der Planung zu erhöhen. Gleichzeitig soll dies aber nicht zum Nachteil von bezahlbarem, innenstadtnahem Wohnraum geschehen. Im Gegenteil: aus unserer Sicht wäre eine Erhöhung des vorgesehenen Anteils an gefördertem Wohnraum wünschenswert und notwendig. Ziel sollte ein sinnvolles Verhältnis von nachhaltiger Gewerbeflächenentwicklung und der Schaffung von preisgünstigem Wohnraum in Innenstadtlage sein.

Doch damit nicht genug: Auch wenn die Ankündigungen von Kondor-Wessels zur Nachhaltigkeit des Projektes zwar durchaus zukunftsweisend, so werden wir die Details doch genau prüfen. Das Großprojekt wird auch weiteren Investoren als Blaupause und Marktstandard für die Entwicklung von Wohnen und Gewerbe in Solingen dienen. Insofern ist es gerechtfertigt und notwendig, hohe Maßstäbe an eine ganzheitlich nachhaltige Entwicklung zu anzulegen. Bisher fehlen uns bspw. Zahlen zur sogenannten grauen Energie der Gebäude. Graue Energie beschreibt den Ressourceneinsatz sowie die Entstehung von CO2-Emissionen bei der Errichtung des Gebäudes. Durch die Nutzung dieser vorhandenen Gebäudeteile (etwa entlang der Birkerstraße), die überplant werden sollen, kann dieser bereits erfolgte Ressourceneinsatz einer zweiten Nutzung zugeführt werden. Ergänzt durch den Einsatz nachhaltiger Baumaterialien würde die Energiebilanz des Gesamtprojektes signifikant gesenkt.

Des Weiteren werden wir Anmerkungen zum Verkehrskonzept im weiteren Verfahren einbringen. Das noch in Entstehung befindliche Innenstadtverkehrskonzept muss mit den Planungen kombiniert und harmonisiert werden. Gleichzeitig erscheinen uns die bisher geplanten 430 KfZ-Stellplätze für die zentrale Innenstadtlage mit Bahnhaltepunkt Mitte in nächster Nähe sehr hoch kalkuliert zu sein. Die Stellplatzsatzung für das Land Nordrhein-Westfalen sieht für derartige Lagen in der Regel nur einen Stellplatzschlüssel von 0,3 bis 0,5 Stellplätze pro Wohneinheit vor. Eine entsprechende Reduzierung sollte mit Verbesserungen im Bereich nicht-motorisierter Verkehr einhergehen, etwa Maßnahmen für den Radverkehr sowie das Vorhalten von Car-Sharing-Flächen. Wir GRÜNE könnten uns etwa einen quartierseigenen Mobilitätshub vorstellen, der es den Menschen im Quartier ermöglicht, auch ohne eigenes Auto flexibel und jeder Zeit mobil zu sein.

Zuletzt wird für uns GRÜNE eine entscheidende Bedingung sein, wie der Verbleib der Musikschule, die derzeit an der Flurstraße angesiedelt ist, geregelt wird. Als wichtiges kulturelles Angebot, gerade auch für Kinder und Jugendliche aus finanzschwachen Haushalten, muss die Musikschule dringend und möglichst unterbrechungsfrei erhalten bleiben. 

Über die zukünftigen Entwicklungen im Rahmen des so_nect Projektes werden wir Sie zeitnah auf dem Laufenden halten. 

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