BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

B90/DIE GRÜNEN SOLINGEN

Jetzt wird’s konkret: Die Veloroute Ohligs-Mitte als Gewinn für die Mobilitätswende

Mit der „Veloroute 2“ soll eine sichere und direkte Verbindung zwischen Solingen-Ohligs und Solingen-Mitte über Merscheid als Hauptroute für den Radverkehr geschaffen werden (die „Mitteltrasse“). Wir GRÜNE haben uns von Beginn an für diese Variante ausgesprochen, die auch von einer Machbarkeitsstudie klar favorisiert wird. Der Radweg würde als Radfahrstreifen mit Veloroutenstandard straßenbegleitend auf den Hauptstraßen angelegt werden. Der Vorteil liegt in der besonders guten Anbindung zahlreicher Wohngebiete, Schulen und Geschäfte. Auch für andere Mobilitätsformen wären die Planungen ein Gewinn: Autos können leichter und ohne Gefährdung der Radfahrenden überholen. Zudem werden die Bushaltestellen barrierefrei modernisiert. Der wegfallende Parkraum wird verschmerzbar bzw. teilweise kompensierbar sein, da ca. 60 Prozent der legalen Stellplätze erhalten bleiben. Insgesamt ein super Kompromiss für klimafreundliche, effiziente und sichere Mobilität. Die Verwaltung benötigt jetzt einen Grundsatzbeschluss, der voraussichtlich im März im AKUMW gefasst werden wird – bis dahin werben wir noch tatkräftig um Mehrheiten. Am 25.02., 11 Uhr, wird außerdem eine Raddemo organisiert von ADFC, Fridays For Future, Jugendstadtrat und Naturschutzbund auf das Thema aufmerksam machen.

Solingen ist nachhaltig – zumindest hat sich die Stadt 2018 eine einstimmig verabschiedete Nachhaltigkeitsstrategie gegeben. Diese sieht auch das Ziel vor, den Anteil des Umweltverbunds (Bus, Bahn, Radverkehr, Fußverkehr) am gesamtstädtischen Verkehrsaufkommen bis 2030 auf 60 Prozent zu erhöhen und das Auto entsprechend als am stärksten genutztes Verkehrsmittel zurückzudrängen. Alle reden über die Verkehrswende – nur wer will sie wirklich umsetzen? Dies wird sich in diesem Jahr wie wohl bei keinem anderen Projekt schwerpunktmäßig anhand der Abstimmung über die Veloroute 2 herausstellen. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersuchte die Stadtverwaltung mit Hilfe eines Gutachters die Umsetzbarkeit einer Veloroute zwischen den Stadtzentren von Solingen-Ohligs und Solingen-Mitte, das heißt einer direkten Fahrradverbindung mit besonders hohem und sicherem Standard. Die Studie kam zu dem Schluss, dass eine Fahrradverbindung auf der sogenannten „Mitteltrasse“ entstehen kann. Diese bezeichnet im wesentlichen die Hauptstraßen-Achse zwischen Ohligs und Mitte über Merscheid (B229, L141). Hier könnte eine Veloroute laut des Gutachters besonders wertvolle Effekte für die Anbindung der Wohnquartiere, Schulen, Kitas und Geschäften mit sich bringen.

Heiß diskutiert wird seitdem der Wegfall von Parkplätzen. Dieser wäre unweigerlich die Folge, wenn sichere Radfahrstreifen an den Hauptstraßen entstünden und die bisher nur vereinzelt vorhandenen Schutzstreifen ablösen. Ruhender Verkehr müsste zu Gunsten von mehr Sicherheit und einem besseren Verkehrsfluss weichen. Doch auch hier kommt die Studie zum Ergebnis, dass knapp 60 Prozent des legalen Parkraums dennoch erhalten bleiben könnten – bei durchgängiger Radverkehrsführung auf beiden Seiten. Außerdem kann wegfallender Parkraum in Form von neu zu planenden Quartiersgaragen und Maßnahmen des Anwohnerparkens zusätzlich kompensiert werden. Dies untersucht die Verwaltung in einem weiteren Planungsschritt und bereits im Rahmen eines gesamtstädtischen Parkraumkonzeptes.

Alles in allem überwiegen die Vorteile einer Veloroute über die „Mitteltrasse“ deutlich. Von einer gut ausgebauten Radinfrastruktur profitieren letztlich alle Verkehrsteilnehmer:innen in Punkto Sicherheit. Viel zu oft kam es in Solingen bereits zu schweren Verkehrsunfällen mit Radfahrenden. Wer den Anteil der Radfahrenden erhöhen möchte, muss die Sicherheit des Radfahrens in Solingen erhöhen. Der viele Autoverkehr auf den engen Straßen ist tatsächlich für viele Menschen ein Argument, nicht auf das Fahrrad umzusteigen. Wer den dafür notwendigen Verkehrsraum schaffen will, muss beim illegalen Parken auf Bordsteinen ansetzen. Diesem Problem wird die Stadt schon jetzt kaum mehr Herr. Auch hier dient der Bau der Veloroute dazu, illegales Parken am Straßenrand und auf Gehwegen konsequent zu verhindern und damit Platz für sicheres Radfahren und für Fußgänger:innen zu schaffen.

Kritiker:innen monieren teilweise jedoch weiterhin, dass der Parkraum erhalten bleiben könnte, indem der Radverkehr über alternative Routen geführt wird. Mit Blick in die Machbarkeitsstudie lässt sich allerdings hierauf klar erwidern, dass sämtliche Alternativen sorgfältig geprüft wurden. Eine Führung der Route als Radschnellweg über die Viehbachtalstraße erfüllt keine geeignete Erschließungswirkung und wäre aufgrund zahlreicher zu errichtender Ingenieurbauwerke wie Brücken und Zubringer deutlich kostenintensiver. Zumal die Beplanung der „Vieh“ als Landesstraße in Baulast des Landes auch schwerer mit dem zuständigen Landesbetrieb Straßen.NRW abzustimmen wäre. Ebenfalls überprüfte die Machbarkeitsstudie eine Führung der Veloroute durch das Lochbachtal („Nordvariante“). Diese schied glasklar aufgrund der zu großen Steigungen und ebenfalls schlechterer Erschließungswirkung für den Alltagsradverkehr und insbesondere für die Anbindung von Schulen aus.

Somit bleibt zu hoffen, dass sich eine Mehrheit für die Realisierung der Veloroute findet. Hierzu wollen wir in den nächsten Wochen intensiv mit Bürger:innen ins Gespräch kommen. Hierbei geht es uns insbesondere darum, diejenigen zu überzeugen, die etwa aufgrund eines Gewerbes oder als Anwohnende Angst vor dem Verlust von Parkraum haben. Auch diese Bedenken nehmen wir ernst, sind allerdings davon überzeugt, dass die Verwaltung zusammen mit den noch laufenden Arbeiten zum Parkraummanagement einen sehr sinnvollen Kompromiss für alle Verkehrsträger vorgelegt hat. Darüber hinaus können wir nur dazu ermutigen, sich der Fahrraddemo, organisiert von ADFC, FFF Jugendstadtrat und NABU am 25.02. 11 Uhr vom Ohligser Schützenplatz anzuschließen. Je mehr Menschen zeigen, dass eine Veloroute gebraucht wird, desto eher werden wir einen erfolgreichen Beschluss durchsetzen können.

 

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