Pressemitteilung der Ratsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Solingen vom 17.04.2026

Anfang März beschloss der Rat der Klingenstadt Solingen mit breiter Mehrheit die Einführung einer Grillverordnung. Dies war eine Reaktion auf die Probleme, die am Engelsberger Hof im vergangenen Sommer auftraten. In diesem Zusammenhang kündigte Oberbürgermeister Flemm die Schaffung alternativer Grillplätze an, damit es auch zukünftig in Solingen die Möglichkeit gibt, im öffentlichen Raum zu grillen. Im aktuellen Sitzungsblock stehen nun vier Vorschläge der Verwaltung zur Beratung.
Dazu äußern sich die GRÜNE Ratsfraktion und die GRÜNEN Bezirksvertreter:innen in den betroffenen Bezirksvertretungen wie folgt:
„Grundsätzlich ist es gut, dass die Verwaltung unter großem Einsatz und in kurzer Zeit Grillflächen vorgeschlagen hat. Wir bewerten die vorgeschlagenen Grillplätze am Volksgarten sowie am Bülowplatz grundsätzlich als zustimmungsfähig. Insbesondere am Bülowplatz müsste die Verkehrssituation aber an das Vorhandensein eines Grillplatzes angepasst werden. Die Notwendigkeit zusätzlicher Grillplätze im Bärenloch stellen wir infrage. Aus unserer Sicht dürften die bisherigen Angebote an diesem Standort ausreichen. Da der Bedarf an Grillflächen aber schwer zu beziffern ist, haben wir uns in der Bezirksvertretung enthalten. Nicht zustimmungsfähig ist die Grillfläche am Stiehls Teich. Diese ist zu nah an einem sensiblen Naturbereich. Ihre Entwicklung und Nutzung stellt einen deutlichen Eingriff in das Ökosystem dar”.
Dass nun sogar der gut geeignete Volksgarten in der Bezirksvertretung Mitte mehrheitlich abgelehnt wurde und auch die weiteren Vorschläge keine Mehrheit finden dürften, macht mehr Engagement von Verwaltung und Politik nötig.
„Wir unterstützen die Suche nach Alternativen mit eigenen Vorschlägen, erwarten aber auch von der Verwaltung, dass sie neue geeignete Standorte vorschlägt“
Hilke Barenthien, 2. stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid
„Auch die anderen Parteien rufen wir dazu auf Alternativen vorzuschlagen. Grillen gehört für viele Menschen zum Sommer dazu. Wir wollen auch Menschen ohne eigenen Garten diese Freiheit ermöglichen. Dazu benötigt es eine geeignete Infrastruktur öffentlicher Grillbereiche. Zu wenige Grillflächen könnten dazu führen, dass erneut Druck auf den Engelsberger Hof entsteht. Verwaltung und Politik sind also noch immer gefordert. Weiterhin muss die Müllentsorgung auf den neuen Grillplätzen sowie die Ausstattung dieser mit vernünftigen sanitären Anlagen sichergestellt werden.
Finn Grimsehl-Schmitz, umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN, gibt zu bedenken: „Öffentliche Grünflächen sind für Biodiversität, Stadtklima und Erholung von zentraler Bedeutung. Gerade in Zeiten zunehmender Hitzebelastung und Flächendrucks müssen wir diese Bereiche besonders schützen. Unser Anspruch ist es, Nutzung und Schutz so in Einklang zu bringen, dass öffentliche Räume langfristig erhalten bleiben.“
Niklas Geßner, finanz- und ordnungspolitischer Sprecher, ergänzt: „Für uns GRÜNE ist die Grillverordnung, obwohl wir ihr zugestimmt haben, zu wenig freiheitlich und zu konservativ gedacht. Unsere Zustimmung erfolgte vor dem Hintergrund der zugesagten neuen Grillflächen. Dass diese nun wohl nicht realisiert werden, ist für uns nicht zufriedenstellend. Auch die Finanzierungsvorschläge der Verwaltung enttäuschen. Es ist Aufgabe der Verwaltung für eine tragfähige Finanzierung aus dem bestehenden Haushalt zu sorgen. Dass bislang keine klare bzw. vernünftige Gegenfinanzierung durch den Kämmerer vorgelegt wurde, obwohl es sich um einen Vorschlag des Verwaltungsvorstandes handelt, ist aus unserer Sicht nicht akzeptabel. Wir regen an, dass ein Teil der Mehrkosten über die künftig geringeren Unterhaltungskosten am Engelsberger Hof refinanziert wird. Eine Grundsteuererhöhung für die Schaffung von Grillplätzen kommt für uns nicht infrage“.