Pressemitteilung der Ratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Solingen
Der Ausschuss für Schule und Weiterbildung wird sich in seiner heutigen Sitzung (am 21.04.2026) mit der Frage beschäftigen, wie die nicht auskömmlich finanzierten Stellen der Schulsozialarbeit künftig verteilt werden sollen. Für Bündnis 90/Die Grünen ist klar: Notlösungen ersetzen keine nachhaltige Bildungspolitik.
„Es braucht multiprofessionelle Teams, zu denen Schulsozialarbeit selbstverständlich dazugehört.“
Dazu erklärt die schulpolitische Sprecherin Jessica Schliewe: „Wir Grüne fordern seit langem eine bedarfsgerechte Ausstattung aller Schulen mit Schulsozialarbeit. Trotz der angespannten Haushaltslage investiert die Stadt bereits deutlich über das vom Land geförderte Maß hinaus. Das zeigt: Der Bedarf ist real und seit Jahren bekannt.
Schulen stehen vor enormen Herausforderungen, wie sozialer Ungleichheit, Inklusion, Integration neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher, psychische Belastungen, Sprachbarrieren und die wachsenden Anforderungen im Schulalltag. Deshalb braucht es multiprofessionelle Teams, zu denen Schulsozialarbeit selbstverständlich dazugehört.“
„Noch immer hängen Bildungschancen zu stark vom Elternhaus, Einkommen oder Sprachförderbedarf ab.“
Die jugendpolitische Sprecherin Maja Wehrmann ergänzt: „Kinder und Jugendliche wachsen in einer Zeit großer Unsicherheiten auf. Krisen, gesellschaftliche Spannungen und permanente digitale Reizüberflutung prägen ihren Alltag.
Gleichzeitig geht die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander. Noch immer hängen Bildungschancen zu stark vom Elternhaus, Einkommen oder Sprachförderbedarf ab. Viele junge Menschen tragen Belastungen mit sich, die Schule nicht allein auffangen kann. Gerade deshalb braucht es starke Unterstützungsstrukturen vor Ort.“
Mit Blick auf die anstehende Entscheidung erklären die Grünen: „Im Ausschuss werden wir darüber beraten müssen, vorhandene Stellenanteile neu zu verteilen, damit weitere Grundschulen zumindest anteilig Schulsozialarbeit erhalten können. Denn alle Grundschulen werden künftig als Schulen des gemeinsamen Lernens arbeiten.
Diese Lösung ist für keine Schule zufriedenstellend, sondern Ausdruck struktureller Unterfinanzierung. Eine Viertelstelle kann Bedarfe nicht dauerhaft decken.“
Immerhin können betroffene weiterführende Schulen den Wegfall einzelner Stellenanteile teilweise über das Instrument Geld statt Stellen abfedern. Dennoch bleibt die Gesamtsituation unzureichend. Denn Bildung dient der Entfaltung jedes einzelnen Menschen, schafft echte Teilhabe und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dafür braucht es Schulen, die Kinder und Jugendliche nicht allein lassen.