Pressemitteilung von BÜNDNIS90/ DIE GRÜNEN Solingen

Vor 33 Jahren, am 29. Mai 1993 starben bei dem feigen rassistischen Brandanschlag in Solingen fünf Menschen: Saime Genç (4 Jahre), Hülya Genç (9 Jahre), Gülüstan Öztürk (12 Jahre), Hatice Genç (18 Jahre) und Gürsün İnce (27 Jahre).
Fünf Menschen wurden aus dem Leben gerissen, ihre Familien zerstört, belastet und traumatisiert.
Der GRÜNE Kreisverband Solingen erinnert an die Opfer und mahnt, dass Gedenken nicht beim stillen Erinnern stehen bleiben darf, sondern Konsequenzen für die Gegenwart und Zukunft haben muss.
Martin Münter, Sprecher der GRÜNEN Solingen, erklärt: „Wir gedenken der Opfer mit Trauer, Respekt und Dankbarkeit gegenüber all jenen, die das Andenken an die Familie Genç über Jahrzehnte wachgehalten haben. Dieses Erinnern verpflichtet uns, jeder Form von Rassismus, Ausgrenzung und menschenfeindlicher Hetze entschieden entgegenzutreten – unabhängig von der Herkunft des Extremismus.“
Emily Staszel, Sprecherin des GRÜNEN Kreisverbands, ergänzt: „Solingen darf nie wieder zum Ort werden, an dem Menschen aus Hass angegriffen werden. Wer die Erinnerung an den 29. Mai 1993 ernst nimmt, muss heute klar Position beziehen: gegen rechte Gewalt, gegen islamistischen Terrorismus und gegen jede Form von Entmenschlichung.“
Die aktuelle Lage in Nordrhein-Westfalen ist alarmierend. Der Verfassungsschutzbericht NRW 2025 belegt einen Anstieg rechtsextremer Straftaten um elf Prozent auf 6.268 Fälle. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme gewalttätiger Delikte sowie der Höchststand antisemitischer Straftaten (786 Fälle). Zudem warnt der Verfassungsschutz vor dem Einsatz von KI-generierter Propaganda und Deepfakes durch rechtsextreme Netzwerke zur Manipulation der öffentlichen Meinung.
Der GRÜNE Kreisverband verweist schmerzlich auf die jüngere Geschichte Solingens: Der Brandanschlag in der Grünewalder Straße im März 2024, bei dem vier Menschen starben, verdeutlicht, dass rechte Gewalt bittere Gegenwart ist. Ebenso verurteilen die GRÜNEN den islamistischen Terroranschlag vom August 2024. Sie betonen jedoch, dass der notwendige Schutz der Bevölkerung vor Terrorismus nicht als Vorwand für diffamierende Hetze gegen Muslime oder Menschen mit Migrationsgeschichte dienen darf.
Die GRÜNEN Solingen rufen dazu auf, das Gedenken mit konkretem Handeln zu verbinden: durch Solidarität mit allen Opfern von Extremismus, die Unterstützung zivilgesellschaftlichen Engagements und eine entschlossene politische Arbeit gegen Rassismus und Terrorismus in all seinen Ausprägungen. Gedenken ist Verpflichtung, nicht Abschied.