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Straßenumbenennung sorgt für Wirbel

Wie eine Straße, ein Weg oder ein Platz benannt wird ist immer wieder Anlass zu Diskussionen, ja zu Streit. Das konnte man zuletzt bei der Umbenennung des ehemaligen Hindenburgplatzes in Wald sehen.

Von: | Abgelegt unter: Fraktion, Presse, Kultur, Titelthema

 

Nun haben wir Grüne einen Antrag gestellt mit dem Ziel, drei bekannte Solinger in die Vorschlagsliste für Straßenbenennungen mit aufzunehmen, die KZ-Häftlinge, Widerstandskämpfer, Verfolgte des Stalinismus und ehemalige Solinger Bürgermeister waren. Das hat sowohl den Chefredakteur des Solinger Tageblatts als auch Herrn Westkämper dazu bewogen, sehr kritisch Stellung zu nehmen.

 

"Fast schon könnte man dem Ohligser CDU Bezirksbürgermeister Marc Westkämper dankbar sein, mit welcher reflexhaften Art er den Straßenbenennungs-Vorschlag der grünen Ratsfraktion brüsk ablehnt, wird doch deutlich, dass er offensichtlich nur das Wort Kommunist bemerkt und dann das Lesen eingestellt hat ", betont Manfred Krause, Mitglied der grün-offenen Ratsfraktion.

 

„Wir haben vorgeschlagen, drei Solinger Persönlichkeiten und einstige Kommunisten in die Vorschlags(!)liste für in Zukunft noch zu benennende neue Straßen, Wege und Plätze aufzunehmen. Es sollte auch Herrn Westkämper klar sein, dass jede einzelne Benennung im zuständigen politischen Gremium diskutiert, abgewogen und unter einer Vielzahl von Alternativen ausgewählt wird.“


Sprecherin Martina Zsack-Möllmann ergänzt: „Alle von uns vorgeschlagenen Personen wa-ren Verfolgte und/oder Widerstandskämpfer gegen das NS Regime:


Ernst Busse war nach dem Krieg gar Sprecher der internationalen Organisation der KZ-Inhaftierten von Buchenwald und wurde in den folgenden Jahren Opfer von fingierten An-klagen und Verfahren in der DDR, die zu seiner Deportation in ein sowjetisches Arbeitslager führten, wo er 1952 verstarb.


Der von den Briten nach dem Zweiten Weltkrieg zum Neustart der Demokratie in unserer Stadt eingesetzte erste Solinger Bürgermeister Albert Müller war nach 1933 lange in den Moor-Konzentrationslagern Ostfrieslands inhaftiert worden.
 

Hermann Weber, der erste demokratisch gewählte kommunistische Oberbürgermeister einer Großstadt in der Weimarer Republik (wenn auch von der preußischen Regierung nicht anerkannt) wurde Opfer der stalinistischen Verfolgung in der Sowjetunion und wegen des Vorwurfs der „faschistischen Agitation“ Ende 1937 erschossen. Ein Vorwurf, den er bis zum Ende bestritt.“
"Somit trifft genau das Gegenteil von dem zu, was Herr Westkämper behauptet", erklären die beiden grünen Hauptausschussmitglieder, "das ist kein Schlag ins Gesicht derjenigen, die unter kommunistischen Diktaturen gelitten hätten, sondern das ist auch eine Ehrung derje-nigen, die an prominenter Stelle in Solingen als Mitglieder der (sozialdemokratischen und kommunistischen) Arbeiterbewegung gelebt und gewirkt haben und die trotzdem oder ge-rade deswegen durch Maßnahmen der stalinistisch-kommunistischen Diktatur in der UdSSR oder DDR zu Tode kamen. Sollen diese Menschen weiter dem Vergessen anheimgegeben werden? Gerade Herr Westkämper müsste sich doch für eine Ehrung dieser Personen ein-setzen."