Wie in der örtlichen Presse zu lesen war, plant die Schneidwarenfabrik Jaguar, 26 Stellplätze in der öffentlichen Grünanlage zwischen Nibelungen- und Kriemhildenstraße anzulegen. Natürlich ist aus Sicht von Bündnis 90/Die Grünen–offene Liste der Firma zur Schaffung von neuen Arbeitsplätzen zu gratulieren, kommt dies doch auch der Stadt zugute. Dennoch kann einer Erweiterung eines privatwirtschaftlich agierenden Betriebs in eine öffentliche Grünanlage nicht so einfach zugestimmt werden.
„Der Rat hat erst im letzten Jahr die Grünfläche einem Zielkonzept zugeordnet,“, so Monika Tönnies, Bezirksvertreterin der Grünen für Gräfrath, „nach dem - neben dem Erhalt des Spielplatzes Typ C und eines Wegenetzes -die verbleibende Fläche der Sukzession, sprich sich selbst überlassen bleiben soll. Dies entspricht auch der Beschlussfassung der Bezirksvertretung Gräfrath.“
Doch viel bedeutender ist die Bestimmung der Fläche entsprechend der Biotopkartierung aus dem Jahre 1994. Hier bekommt die Fläche eine höhere stadtökologische Bedeutung zugewiesen und wird entsprechend im Flächennutzungsplan (FNP) als Nicht-Bauflächen dargestellt. „Mit der Einordnung in einen größeren Biotopverbund zeigt sich erst die besondere Bedeutung der Grünfläche“, ergänzt der stadtplanungspolitischer Sprecher Dietmar Gaida. „Dieser im FNP dargestellte Biotopverbund verläuft einerseits zwischen dem Külfer Bachtal und dem daran anschließend Tal der Wupper, andererseits dem Demmeltrather Bach und dem daran anschließenden Lochbachtal.“ Allein aus diesem Grund kann für die Grünen einer Bebauung eines Teils des Parks nicht ohne weiteres zugestimmt werden. Zumal hier auch ein Ratsbeschluss tangiert bzw. aufgehoben werden muss. „Die Angelegenheit muss in Bezirksvertretung und Planungsausschuss, wenn nicht sogar im Rat, zur Beratung vorgelegt werden“, so die grüne Forderung.
Die Bezirksvertretung Gräfrath wird eine Bürgerversammlung zum Thema durchführen, was die Grünen sehr begrüßen.