Grüne wollen Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept für Solingen-Burg
In einem Antrag für die Sitzung der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid am 31. März fordern Eckhard Plath und Henning Pless ein Integriertes Tourismuskonzept für Burg...
Antrag zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Burg/Höhscheid am 31.03.2011
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Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
namens der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen in der BV Burg/Höhscheid bitten wir, nach-stehenden Antrag in der o.g. Sitzung zur Abstimmung zu stellen:
Die Verwaltung wird beauftragt, ein integriertes Tourismus- Stadtteil-entwicklungskonzept für den Stadtbezirk Burg zu entwickeln und alle bisherigen Anstrengungen zu intensivieren, die dem Stadtteil förderlich sind.
Die Verwaltung wird gebeten, in regelmäßigen Abständen über die Fortschritte und Entwicklungen im Bereich Tourismusförderung für Burg/Höhscheid zu berichten.
Ziel dieser Initiative ist es, im Stadtteil Burg für den städtebaulichen Erhalt von Schloss Burg und der alten landschaftsprägenden Fachwerk-Ensembles zu sorgen, das FFH-Gebiet Untere Wupper und die umliegende Landschaft zu schützen, die Förderung des Naturparkgedankens und den Tourismus intensiver zu managen und miteinander in Einklang zu bringen, kulturelles und sportliches Leben für die Bewohner aller Altersklassen attraktiver zu gestalten, sowie die Gastronomie als örtlichen Arbeitgeber zu fördern.
Begründung:
Die bisherigen Anstrengungen reichen noch nicht aus, um den Stadtteil Burg langfristig in seiner städtebaulichen Ausrichtung dauerhaft als lebendigen Stadtteil zu sichern. Zu einem Zeitpunkt, zu dem gerade eine Neuausrichtung der städtischen Beteiligungsgesellschaften erfolgt, erscheint uns dieser Antrag als besonders wichtig. Damit soll der in Teilen gesetzte Akzent bei der Tourismusförderung verstärkt und mit detaillierten Ideen und Forderungen unterstützt werden.
Zunehmende Leerstände bei erhaltenswerten Häusern, anstehenden Zwangsversteigerungen von Anwesen, Niedergang der Gastronomie, schlechtere Infrastruktur und weniger Ver-sorgungseinrichtungen (Apotheke, Post, Schule, Geschäfte) sowie zurückgehende Einnahmen und Besucherzahlen sind augenfällige Symptome einer negativen Entwicklung , die es aufzuhalten und umzukehren gilt. Einzelaktivitäten, wie die des Schlossbauvereins zur Rest-rukturierung der Museumsaktivitäten und das Tourismuskonzept deuten in die richtige Richtung, greifen aber zu kurz. Um der gravierenden aktuellen und zukünftigen Probleme des Stadtteils und im Management der Burg Herr zu werden, müssen intensivere Anstren-gungen von allen Beteiligten unternommen werden, um eine positive Entwicklung einzulei-ten.
Dazu ist es nötig, ein integriertes Konzept zu erarbeiten, an dem die Bürger beteiligt wer-den (z.B. in Workshops), und alle wichtigen beteiligten Funktionsträger, die Berührungs-punkte mit dem Stadtteil haben (Politik, Verwaltung, Entwicklungsagentur, Gastronomen, Sponsoren, Institutionen, Unternehmer, Künstler, Verschönerungsverein, Schlossbauverein, Waldschule, Naturschutzvereine) an einen (runden) Tisch zu holen, um gemeinsam Ideen und Strategien zur Verbesserung der Situation zu entwickeln.
Kernpunkte eines solchen Konzeptes müssten nach Meinung von Bündnis 90/ Die Grünen die folgenden sein:
- Die Erwartungen/Wünsche der Besucherinnen und Besucher von Schloss Burg und der Einwohner Burgs müssen umfassender ermittelt werden.
- „Junge Familien“ und „wohlhabende kulturell interessierte Sammler“ müssen als Zielgruppen touristisch und konzeptionell stärker angesprochen werden (Antiquitä-tenmarkt mit Schätzmarkt, Musikinstrumentenbörsen, Spielzeug-, Briefmarken- und Münzenbörsen, Kunst-Versteigerungen, Festivals).
- Gastronomie und Kultur müssen verbunden werden, um neue Gäste zu erreichen (Stichworte: Kleinkunst, Kulturevents in Verbindung mit gastronomischen Highlights : Dichterlesungen mit Essen, Konzerte mit Essen, Theater und Essen)
- Einrichtung einer eigenen Musikplattformreihe im Rittersaal auf Schloss Burg, um jungen Nachwuchskünstlern eine Chance zu bieten (Harfenmusik, Folk im Schloss, Kammermusik, Barocke Musiktage, Kaffeehaus-Musik) mit Künstlern der Region, z.B. mit Ensembles der Musikhochschule Köln, Abteilung Wuppertal, Chören oder Gewin-nern von Jugend musiziert und auch Jugendmusikschule Solingen.
- Alte Fachwerkhäuser des Stadtteils müssen durch eine koordinierende Hand in der Stadtverwaltung in Zusammenarbeit mit den Besitzern (diese sind zu ermitteln) er-halten werden und für zusätzliche Handwerker Werkstätten zur Verfügung gestellt werden (denkbar wären hier zur Abrundung und Attraktivierung des touristischen Angebots: Töpferei, Malstudios, Restauratoren, Instrumentenbauer, Glasbläser, Kunstgalerien, ein Laden mit Regionalprodukten).
- Schaffen von zusätzlichem Parkraum durch intelligente Nutzung von ungenutzten Freiflächen und Hotelplätzen, ohne weitere Versiegelung.
- Verbesserung der Hotel- und Gastronomie durch gemeinsame Internetauftritte, Schaffung eines gemeinsam genutzten Hotel-Hallenschwimmbades, Einrichtung eines Aufenthaltsraumes mit angeschlossenem Imbiss für Schulklassen. Herausgabe eines gemeinsamen Kulturkalenders. Tanztee als regelmäßiges Angebot für Senioren.
- Eventuelle Verlagerung der Jugendherberge zum ehemaligen Sportgelände Oberburg.
- Einrichtung einer Rangerstation mit geführten Wanderungen, Wupper-Tells, Natur-parkinfos und angegliedertem Kletterpark unter Einbeziehung der Waldschule.
- Schaffen der Möglichkeit auf Schloss Burg auch standesamtlich zu heiraten.
- Einrichtung eines Musterscherenschleiferraumes in der Burg oder im Museumsladen.
- Beantragung der Unterstützung des Erhalts von Schloss Burg durch die Deutsche Stif-tung Denkmalschutz und regionalen Sponsoren.
- Nicht zuletzt halten wir es für absolut notwendig, dass auch von Seiten der Touris-musförderung darauf gedrängt wird, den Hochwasserschutz endlich anzugehen. Die-ses Problem muss prioritär, schnell und dauerhaft gelöst werden. Sicherheit für Un-terburg und seine Anwohner fördert grundsätzlich Innovationsfreude und Investiti-onsbereitschaft.
Die Erarbeitung eines solchen Konzeptes und Umsetzung dieser Aufgaben wird aber nur ge-lingen, wenn endlich klare Verantwortlichkeiten geschaffen werden zwischen den Städten, zwischen der Bergischen Entwicklungsagentur und der Wirtschaftsförderung, dem Schlossmuseum und der Solinger Stadtverwaltung, wer federführend für diese Aufgaben verantwortlich ist.
Mit freundlichen Grüßen
gez.
Eckhard Plath/Henning Pless
Bezirksvertreter












