Der Bäderworkshop war wichtig, es war richtig, dass sich Fachverwaltung und Politik ausreichend Zeit genommen haben, um intensiv über die Zukunft der Solinger Bäderlandschaft zu diskutieren, nachdem mit dem Rückzug der Lebenshilfe aus dem Birkerbad alle Karten wieder neu gemischt werden müssen.
„Allerdings,“ so die grüne sportpolitische Sprecherin Birgit Evertz „wurde dort erst von der Verwaltung mitgeteilt, dass die Verwaltung ohne jegliche Information an Politik und Öffentlichkeit das seit ca. 20 Jahren existierende Angebot des samstäglichen Damenschwimmens gestrichen hat. Dieses Angebot wurde vor allem auch von muslimischen Frauen genutzt. Die Uneinsehbarkeit der Birkerhalle war die beste Voraussetzung für ein solches Angebot, das sogar von Auswärtigen genutzt wurde.
Gemeinsames Schwimmen ist nachweislich sinnvoll – als Gesundheitsprävention, als sportliche Betätigung, vor allem aber auch als wichtiger sozialer Kontakt. Immer wieder stellen wir fest – zuletzt bei den Frühschwimmern aus der Klingenhalle – dass sich richtige Gemeinschaften bilden, soziale Netze, die auch außerhalb des Beckens tragen.
Im Falle des Damenschwimmens kommt aber noch eines hinzu: hier wurde Integration gelebt. Das gemeinsame Schwimmen der Frauen aus sehr unterschiedlichen Kulturkreisen und mit sehr unterschiedlicher persönlicher Motivation fördert den Gemeinsinn und das Miteinander von Frauen mit und ohne Migrationshintergrund. Denn eines zeigen die Nutzerinnenzahlen ganz eindeutig: das Damenschwimmen war international und wurde auch von vielen deutschen Frauen genutzt.
Aus unserer Sicht kann es nicht sein, dass dieses Angebot einfach so, ohne Information und ohne umfassende Alternativenprüfung aufgegeben wird. Deswegen werden wir im nächsten Sportausschuss eben diese Alternativenprüfung beantragen.“
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