Unabhängig von der generellen Haltung zur Bundeswehr wendet sich die grün-offene Fraktion gegen den Auftritt der Bundeswehr beim 2. NRW-Turnfest in Solingen am kommenden Wochenende. Der Rheinische- und Westfälische Turnerbund gestattet der Bundeswehr dort mit ihrem "Karriere-Truck" und dem "SegWays"-Aktionsstand, für den Kriegsdienst und für Auslandseinsätze zu werben.
"Wir halten das für eine gefährliche Vermischung von friedlichem Sport und Spiel und der Werbung für einen Kriegsdienst, der ebenfalls an sportliche Herausforderungen appelliert. Sport ist kein Krieg und Krieg ist kein Sport“, begründet Martina Zsack-Möllmann die ablehnende Haltung der grünen Ratsfraktion.
Ratsmitglied Frank Knoche kündigt an, sich am Samstag im Südpark an der geplanten Protestaktion des Solinger Appells gegen die Bundeswehrpräsentation am Turnfest zu beteiligen. Er hält die Eigendarstellung der Bundeswehr als einem „der größten Arbeitgeber" in diesem Land, der "krisenfreie Jobs" vermitteln kann, für zynisch.
"Es ärgert mich schon länger, dass die Jugend-Werbe-Offiziere in Arbeitsämtern und Schulen zunehmend für ihren angeblichen Auftrag, `als außenhandels- und rohstoffabhängige Nation´ die `wichtigsten Transportwege für Deutschland´ zu sichern, werben können, ohne dass pazifistisch und antimilitaristisch eingestellte Menschen oder andere Friedensdienste ihre Alternativen darstellen können. Früher musste zumindest ein Kriegsdienstverweigerer hinzugeladen werden, wenn ein Jugendoffizier in einer Schule auftrat", meint der grüne Kommunalpolitiker, der seit 1973 Mitglied der Deutschen Friedensgesellschaft (DFG) ist.